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  • AutorenbildRegula Sindemann

Machen Sie Ihre Erfahrungen rund. Schließen Sie Dinge ab. Und gewinnen Sie Energie für Neues!

Verstehen Sie, weshalb manche Erfahrungen, Erinnerungen und Gefühle Sie immer wieder einholen. Und was Sie tun können, um mit solchen Themen abzuschließen.


Dinge sollen rund sein…

Unser Organismus strebt danach, etwas stets als Ganzes zu erfahren, zu erfassen und zu erinnern. Wir streben danach, sog. Gestalten zu schaffen, d.h. runde, abgeschlossene Erfahrungen.

Gelingt uns das nicht, weil bspw. ein Gesprächspartner sich verweigert oder verstorben ist, so runden wir die Erfahrung mittels Fantasie, Ersatzbefriedigung oder Ersatzgefühlen ab. Wir füllen fehlende Elemente hinzu, bis sie einen Sinn ergeben, wie der nachfolgende Text zeigt:

Gmäeß eneir Sutide eneir elgnihcesn Uvinisterät ist es nchit witihcg, in wlecehr Rneflogheie die Bstachuebn in eneim Wrot snid, das ezniige was wcthiig ist, ist, dass der estre und der leztte Bstabchue an der ritihcegn Pstoiion snid. Der Rset knan ein ttoaelr Bsinöldn sien, tedztorm knan man ihn onhe Pemoblre lseen. Das ist so, wiel wir nciht jeedn Bstachuebn enzelin leesn, snderon das Wrot als gseatems.

… sonst kommen wir nicht von Ihnen los. Und auch nicht weiter.

Wie genau wir bewusst oder unbewusst mit unfertigen Situationen umgehen, soll hier nicht der Fokus sein. Wichtig ist: Können wir Situationen nicht abschließen, binden diese – oft unbewusst - Energie und reduzieren unsere Zufriedenheit und Entwicklung.

Nicht abgeschlossene Erfahrungen, sogenannte unrunde Gestalten, sind Energiefresser, Zufriedenheitsschlucker, Entwicklungshemmer.

Was kann das im Berufsalltag konkret sein? Die Möglichkeiten sind unzählig und individuell. Vielleicht trifft eines der nachfolgenden Beispiele bei Ihnen ins Schwarze:

  • Eine Begegnung auf einem Firmenevent mit ihrem ehemaligen Chef, die mit einer unguten Bemerkung endet?

  • Eine Sitzung, die abrupt zu einem Abschluss gebracht wurde, ohne wirklichen Konsens zu erreichen?

  • Eine Trennung von einem Arbeitsgeber ohne ein klares Abschiedsgespräch oder -wort?

  • Eine Nichtbeförderung ohne erklärende Worte?

  • Eine Anspielung einer Kollegin auf dem Gang zu ihrem Standing bei der Chefin?

Wie auch immer Ihre unrunden Erfahrungen aussehen - eines eint sie: Es sind Erfahrungen, die uns gedanklich und emotional immer wieder einholen. Und dadurch sind sie Energiefresser, Zufriedenheitsschlucker und Entwicklungshemmer.

Und wie runden Sie nun Erfahrungen, die Sie belasten, am besten ab? Unbenommen gibt es verschiedene Möglichkeiten abhängig von Situation und Person.

Mit meinen Coachees bewährt sich oft folgendes Vorgehen:

  1. Rationale Beschreibung der Erfahrung: Welche konkrete Erfahrung ist für mich nicht abgeschlossen? Was holt mich immer wieder ein? In welcher Art und Weise?

  2. Emotionale Betrachtung: Welche Gefühle verbinde ich mit dieser Erfahrung? Bspw.: Trauer? Reue? Kränkung? Wut? Scham? Freude? Liebe?

  3. Ermittlung des Bedürfnisses: Was fehlt mir? Was brauche ich, um abzuschließen? Welches Bedürfnis ruft in mir?

  4. Aktionsplan: Wie kann ich dieses Bedürfnis stillen? Was könnte ich unternehmen? Was werde ich unternehmen?

  5. Aktion: Bspw.: Gespräch. Trauerritual. Gespräch mit leerem Stuhl. Brief – gesendet oder nicht. Neue Bewertung der Sachlage.

  6. Rückblick: Welches Gefühl verbinde ich jetzt mit der bearbeiteten Erfahrung? Welche Strategie war hilfreich? Was habe ich gelernt? Wie kann ich diese Erfahrung in anderen Lebensbereichen anwenden?

Haben Sie Erfahrungen, die Sie irgendwie immer wieder einholen? Probieren Sie obige Schritte aus. Vielleicht mit Ihrem Partner oder einem guten Freund. Oder mit Ihrem Coach. Mit mir. Oft befreit schon das „Besprechbarmachen“ der Erfahrungen. Die nächsten Schritte sind dann nur die logische Konsequenz.

Erfahrungen rund zu machen ist keine Kunst – sondern ein erlernbares Handwerk.

Viel Erfolg und Spaß dabei.

Autorin: Regula Sindemann, M.A., arbeitet kompetent und erfolgreich als Coach in beruflichen und persönlichen Kontexten. Zufriedenheit und Entwicklung spielen hierbei oft eine Rolle. Aspekte aus der Schule der Gestalttherapie setzt sie dabei fundiert und zielgerichtet mit ihren Klienten ein.

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